Medienmitteilung vom 07.01.17 - Intressengemeinschaft Verkehr Ostermundigen

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Medienmitteilung vom 07.01.17

Medienmitteilung:)

Wie noch vor Weihnachten 2016 bekannt wurde, hat der Regierungsrat 947'000 Franken gesprochen für die Weiterarbeit am Tramprojekt von Bern nach Ostermundigen, vermutlich auf Antrag von Bau- und Verkehrsdirektorin Barbara Egger. Dies ist erstaunlich muss ihr doch bekannt gewesen sein, dass die Umstellung auf Tram nicht mehr die unbestrittene Bestlösung der Kapazitätsprobleme auf  der Linie 10 war.
Denn der Vorsteher des Amtes für öffentlichen Verkehr und Verkehrskoordination hatte die Verkehrskommission der Regionalkonferenz Bern-Mittelland angewiesen, vertieft abzuklären, welchen Beitrag zur Lösung der bestehenden Kapazizätstsprobleme zwischen Bern und Ostermundigen alternative Verkehrsmittel wie Doppelgelenk- und Doppelgelenk-Trolley-Busse leisten können,
Diesem Auftrag kam die Regionalkonferenz Bern-Mittelland Im März 2015 nach, indem sie der unabhängigen Beratungs- und Forschungsfirma INFRAS einen entsprechenden Auftrag erteilte.
Das Arbeitspapier der Firma INFRAS vom 14. September 2015 scheint die Regionalkonferenz Bern-Mittelland, speziell deren Verkehrskommission (Mitglieder u.a. der Ostermundiger Gemeindepräsident Thomas Iten und die Berner Tiefbau- und Verkehrsdirektorin Ursula Wyss) überrascht zu haben.
Fazit der Studie:  die Umstellung der Linie 10 von Bus- auf Trambetrieb ist heute weder nötig noch zeitlich dringend. Es gibt wesentlich rascher und günstiger realisierbare Möglichkeiten, um Ostermundigen die nötige Kapazitätssteigerung zu verschaffen.
Zudem öffnet die Schlussfolgerung der Studie den Denkhorizont und lässt Planungzeit, um eine allfällige spätere Tramlinienführung derart zu gestalten, dass sie nicht mit so grossen Investitionen und Opfern im Bereich Städtebau und Wohnqualität erkauft werden muss, wie das mit dem alten TramRegionBern-Projekt der Fall ist.

Die Infras-Studie zeigt folgendes auf:

  • Mit einem Doppelgelenkautobusbetrieb (Dieselhybridbusse im 2,5-Minuten-Takt können die bis 2030 prognostizierten Nachfrageentwicklungen abgedeckt werden.
  • Mit dem Einsatz von Doppelgelenkautobussen kann die Systemkapazität gegenüber dem Gelenkautobus um gut 25% erhöht werden.
  • Doppelgelenktrolleybusse verfügen über eine noch höhere Kapazität und können die Systemkapazität um weitere 10% erhöhen.
  • Im Zeithorizont 2025/2030 können durch den S-Bahnausbau im Korridor Ostermundigen Entlastungswirkungen erwartet werden, die im kapazitätskritischen Querschnitt zu einer gedämpften Nachfrageentwicklung bzw. einer Stagnation auf der Linie 10 führen werden.

Die Verkehrskommission und deren Begleitgruppe scheinen sogleich verstanden zu haben, dass eine Kommunikation dieser Studienergebnisse und deren Folgerungen (Anschaffung von Doppelgelenkautobussen bzw.-Trolleybussen auf den Zeitpunkt 2020/22 empfohlen) nicht nur direkte Auswirkungen auf die anstehende Tramabstimmung in Ostermundigen gehabt hätte, sondern auch das alte Projekt Bern-Ostermundigen als unvernünftig erscheinen liesse.
Die INFRAS-Studie, obwohl aus Steuergeldern bezahlt, wurde und wird bis heute unter dem Deckel gehalten.
 
Dass in Ostermundigen die Abstimmung über die Traminitiative durchgeführt wurde, ohne dass dem Stimmvolk die Erkenntnisse der INFRAS-Studie vorgängig bekanntgemacht wurden, ist skandalös und lässt berechtigte Zweifel am Demokratieverständnis der Regionalkonferenz aufkommen.
Noch skandalöser wirkt, dass auch die kantonale Bau- und Verkehrsdirektorin die neuen Erkenntnisse ignoriert und bereit ist, nicht nur eine weitere Million an Steuergeldern in die Planung des amputierten alten Tramprojekts zu investieren, sondern auch, wie sie sagt, ihr "Bestes" zu "geben", damit nun ein als überflüssig einzustufendes und mit vielen Nachteilen verbundenes Tramprojekt für sehr viel Geld realisiert werden kann.
Die Freie Arbeitsgruppe Städtebau und öffentlicher Verkehr, Bern macht das Arbeitspapier nun zugänglich, damit wenigstens die Stimmbürger/innen der Gemeinde Bern sich davon überzeugen können, dass die Kapazitätsengpässe auf der BernMobil-Linie 10, insbesondere auf deren Nordast (Ostermundigen-Bern) nachhaltig zu lösen sind, ohne dass x Millionen Franken verbaut und die inventarisierten historischen Alleen im Berner Nordquartier geopfert werden müssen und ohne dass in der Berner Innenstadt ein permanentes Verkehrschaos entsteht.
Falls die Verkehrskommission der Regionalkonferenz Bern-Mittelland das offensichtlich "brisante" Papier (so ihre eigene Bezeichnung in ihrem Protokoll!) auch vor den Mitgliedern des Grosses Rates vorenthalten möchte, wollen wir den Parlamentarier/innen die Möglichkeit geben, selber festzustellen, dass sich die die vielen Kantonsmillionen sinnvoller investieren lassen als in ein OV-Projekt, welches offenbar primär der Prestige-Pflege einzelner Politiker/innen dient.

Nachtrag: Es gibt Informationen (die wir noch nicht überprüfen konnten), wonach "der Kanton Bern" offenbar im September/Oktober 2016 einen weiteren Prüfauftrag vergeben hat, diesmal, um das Infras-Papier zu relativieren.
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Zum Plan:
Nur mit einer leistungsstarken, anders als bisher geplanten Entlastung der Linie von und nach Ostermundigen auf einer anderen Linie (Bus, Tram oder S-Bahn) kann verhindert werden, dass die Berner Benutzer der Ostermundigen-Linie und auf der Strecke bleiben und die Bewohner der Rüti abgehängt werden, die geschützten historischen Alleen im Nordquartier gerodet werden und der knappe Raum in der Berner Innenstadt völlig verstopft wird.
Mit der Doppellösung S-Bahn und Weiterführung Linie 10 mit Grossbussen (nicht mit Trolleys!) lässt sich für Bund, Kanton und Gemeinde Bern sehr viel Geld sparen.
Die Rüti wird nicht abgehängt, die Berner Pendler kaum benachteilt; MIV, Velofahrer und Fussgänger werden nicht übermässig behindert, zusätzlicher Tramstau, Unterhalts- und Sanierungskosten (Kornhausbrücke) können vermieden werden und die alten mit grosskronigen Bäumen bestückten Alleen dürfen stehen bleiben.






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